FM4 Frequeny Festival 2017

Bereits zum zweiten Mal in diesem Jahr schnappte ich mir meine Sonnenbrille, meine roten Converse und mein Bandana und es ging auf ein Festival: diesmal in den Greenpark nach St.Pölten, wo das FM4 Frequency stattfand. Leider ging sich aus zeittechnischen Gründen nur einer von drei Tagen aus, aber das LineUp war einfach so gut, dass sich auch ein Tag auszahlte. So packten vier Freunde und ich alles zusammen und fuhren direkt in die Festivalhölle des dritten und letzten Tages hinein. Und ich war mehr als gespannt, denn das letzte Mal, als ich den Greenpark besuchte, wurde ich etwas enttäuscht. Und so fuhr ich nun mit gemischten Gefühlen hin und wartete darauf, was der Tag so bringen würde.

frequency

Schon bei der Ankunft gab es den ersten Pluspunkt. Die Parkplätze für das Tagesparken waren mehr als gut gewählt, denn nur einige hundert Meter trennten uns vom Festivalgelände. Keine langen Wege zu den Bühnen, kein Stau am Parkplatz und wir fanden sofort einen Platz – es begann toll. Der zweite Pluspunkt folgte sogleich als wir unsere Bänder bekamen – im Gegensatz zum heurigen NovaRock blieb das Frequency den gewebten Bändern samt Metallverschluss treu und auch das Design konnte sich sehen lassen. Normalerweise gefallen mir die Tagesbänder nie, doch heuer waren diese schöner als die eigentlichen Festivalbänder. Und auch der dritte Pluspunkt ließ nicht lange auf sich warten – die Space Stage. Ein neues Design zierte die Bühne und machte sie zum Herzstück des Festivals. Mehrere Leinwände waren auf beiden Seiten in absteigender Richtung angebracht, riesige Katzenköpfe (die heuer überall zu finden waren) thronten auf die Menge herab – die Bühne war riesig und extrem präsent. Was leider auch zum ersten Minuspunkt führt – die Green Stage. Es wirkt fast so, als wäre diese Bühne die verhasste Stiefschwester der Space Stage. Neben der neuen imposanten Space Stage ging die Green Stage im wahrsten Sinne des Wortes unter. Kein neues Design, schlechter Sound am Rand der Bühne und keine einzige Leinwand – das war das traurige Fazit. Aber kommen wir nun zum wichtigsten Teil auf einem Festival – die Acts.

Alan Walker:

You were the shadow to my light

Dafür, dass Alan Walker die Space Stage am dritten Tag eröffnet hat und somit der erste Act an diesem Festivaltag war, konnte er bereits eine Menge Leute verzeichnen. Ehrlich gesagt habe ich selten so viele Leute bei einem so frühen Act gesehen. Für eine Dreiviertelstunde verwandelte er den Platz in einen Hexenkessel und bei Hits wie Faded, Tired und Sing Me To Sleep blieb keiner still stehen. Alles, was man als DJ richtig machen kann, hat er richtig gemacht. Ein guter Einstieg in einer Festivaltag.

Jennifer Rostock:

Reiß dich vom Riemen, es ist nie zu spät

Eines muss man Jennifer Weist lassen: sie ist eine der wenig Frauen, die auf vielen namenhaften Festivals vertreten ist und rockt die Bühnen mehr als genug. In einem Hauch von Nichts springt sie über die Bühne, trinkt Schnaps und gibt all ihre Lieder zum Besten. Zwischendurch gleicht ihre Stimme die eines Mannes – hier gilt hohe Verwechslungsgefahr. Sie polarisiert und zeigt auf, besonders den Song Hengstin bekommt man lange nicht mehr aus dem Kopf und man beginnt nachzudenken.

Kraftklub:

Und nein ich war nie Anti-Alles, ich war immer Anti-Ihr

Ich LIEBE Kraftklub. Ihre Lieder sind der Wahnsinn, sie sprechen so viel aus, was wir uns oft nicht zu sagen trauen und man kann sich in jeden einzelnen Song hineinversetzen. Sie sind meiner Meinung nach eine der bestens Bands, die es gerade gibt, besonders im deutschsprachigen Raum. Vor zwei Jahren durfte ich sie bereits am NovaRock sehen und war extrem begeistert. Natürlich war meine Vorfreude riesig und ich hörte seit Wochen Tag ein und aus alle Lieder. Nur um dann mehr als enttäuscht zu werden. Und zwar nicht von der Band, sondern vom Publikum. Ich persönlich bin generell ein größerer Fan von den Leuten am NovaRock als von jenen am Frequency und dieses Konzert zeigte mir mal wieder warum. Moshpits, Circle Pits und Wall of Deaths – ich habe schon alles erlebt und noch nie hatte ich so eine Panik in einem Wavebreaker wie bei Kraftklub am Frequency. Die Leute drehten durch, einige lagen am Boden und einige wurden sogar bewusstlos weggetragen. Das Konzert wurde fast abgebrochen. Und das alles wegen Fans, die es nicht schaffen normal zu feiern. Immerhin war die Band sehr gut und hat mir einen kleinen Teil vom Konzert gerettet.

Wanda:

1,2,3,4 – es ist so schön bei dir

Auch Wanda durfte ich nun zum zweiten Mal erleben und es war damals wie jetzt einfach urleiwand. Diese Band muss man einfach mögen. Sie lassen alles so locker und leicht wirken und machen den Eindruck, dass man selbst die schlimmsten Probleme mit einer Flasche Schnaps lösen kann. Sobald die ersten Lieder erklingen, wird mitgesungen was das Zeug hält und spätestens ab Bologna gibt es kein Halten mehr. Das ganze Konzert wird nur getanzt, getanzt, getanzt. Aja und Schnaps getrunken. Bussi Wanda, ganz viel Amore für euch, bis nächstes Mal.

Rise Against:

He said: „Son, have you seen the world?“

Vor zwei Jahren sah ich Rise Against das erste Mal live und fand das Konzert sehr gut. Bis auf die Tatsache, dass sie damals nicht Hero of War spielten. Heuer am Frequency änderte sich das und ich hörte endlich diesen Song. Leider war das auch der einzige positive Aspekt an ihrem Auftritt. Die Band spielte viel zu schnell und sie waren so gar nicht im Takt. Es wirkte fast so als hätten sie großen Stress und konnten es nicht erwarten von der Bühne zu gehen. Auch der Sound war nicht unbedingt gut. Eine kleine Entschädigung waren die Lieder, die sie spielten – alle Klassiker waren dabei.

wanda

Highlight: Ein kleines Highlight waren die Kokosnüsse, die es überall am Festivalgelände zu kaufen gab. Sie wurden live aufgeschnitten und man konnte sie entweder pur oder mit Rum gemischt trinken. Ebenso war Meine kleine Kokosnuss eingraviert. Das perfekte Getränk für einen Festivaltag.

kokosnuss

Fazit: Im Großen und Ganzen war es ein toller Festivaltag mit Höhen und Tiefen. Es war das erste Mal, dass ich nur einen Tag auf ein Festival fuhr und es war angenehm nicht Zelte, Pavillons und Campingsessel schleppen zu müssen. Auch das Essen in der Foodarea war wieder einmal sehr gut – der kleine Streetfoodmarket und die Chill-out-area schreien nur so nach Gemütlichkeit und Entspannung. Einen großen Pluspunkt gibt es für das Aussehen des Festivalgeländes – man merkt einfach, dass sich die Veranstalter einiges dabei denken und auch ihrer Kreativität freien Lauf lassen. Trotz des Zwischenfalls bei Kraftklub war es ein perfekter Sommertag und wir hatten ordentlich Spaß.

mary und me

Liebe Grüße,

Coco

 

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