Der Hipster in mir

Anders. Ein so kleines Wort mit einer so großen Bedeutung. Wir benutzen es für so vieles – beschreiben damit Gutes sowie Schlechtes. Es ist so unglaublich facettenreich. Und doch haben wir alle etwas mit diesem Wort gemeinsam: jeder von uns möchte es sein.

„Ich bin anders, ich möchte aus der Masse hervorstechen, ich möchte nicht 0815 sein!“ Ein Satz, der mir oft genug durch meinen Kopf ging, als ich durch die Läden schlenderte. Ich war der Meinung, dass früher alles besser war und sich die Leute individueller kleideten als heute. Sobald ich grüne Parkas in Kombination mit schwarzen Leggings und Adidas-Sneakern sah, musste ich meinen Blick abwenden. Ich wollte regelrecht zu den Leuten hingehen und sie schütteln und fragen: „Trägst du das, weil es dir gefällt oder weil es alle tun?“ Ich wollte mehr Individualität und Kreativität sehen, mir kam die Welt nur schwarz-weiß vor. Trends wie Boyfriend – Jeans, Rucksäcke oder Netzsocken umging ich in einem großen Bogen und betrachtete sie mit Abscheu. Und dann landeten genau diese drei Trends nacheinander in meinem Kleiderschrank. Das Wort „Hipster“ fiel immer öfter aus dem Mund meiner Freunde, sobald es um mich ging. Und ich fragte mich, ob ich mich nun selbst verraten hatte und ich zum Mitläufer wurde, der ich nie sein wollte.

Und irgendwann kam ich zu jener Antwort: NEIN. Heißt es jetzt automatisch ich bin gleich wie alle anderen, nur weil ich einen Rucksack trage? NEIN. Je mehr ich darüber nachdachte, desto absurder kam mir dieser Gedanke vor. Auch meine heißgeliebten schwarzen Jeans waren kein neuer Trend, den ich in die Welt gesetzt habe – fast jeder trägt schwarze Jeans. Und trotzdem hatte ich dort das Gefühl anders zu sein.

Jede Generation hat gewisse Trends und Markenzeichen, die sie auszeichnen. Die 60er, 70er, 80er, 90er – die Jugend hat in all diesen Jahren verschiedene Richtungen in der Modewelt eingeschlagen. Unsere Generation brachte den Hipster hervor, einen Typus, den man unzählig oft auf verschiedene Art und Weise interpretieren kann. Dieser sogenannte Hipster vermischt Alt mit Neu, holt sich die 90er Jahre zurück und kombiniert sie mit etwas Zeitgerechtem. Die Mode kommt und geht, was einmal In war, wird wieder In sein. Vielleicht ist aber gerade das, diese Fähigkeit das alte In mit dem neuen In zu mixen, unser Anders-sein. Natürlich folgt jeder von uns Trends, so entstehen sie ja auch. Auch die Jugend früher hat das getan. Ich habe nur sehr lange gebraucht, um das zu verstehen und um von meinem Leitfaden des Anders-sein abzukommen und neue Wurzeln zu schlagen. Die Scheuklappen abzulegen, nur um dann zu sehen, dass die Welt noch immer bunt ist, wenn man genau hinschaut.

Ich bin nicht gleich, wenn ich einem Trend folge, der mir gefällt. Ich bin auch nicht gleich, wenn ich allen Trends folge. Wenn sie mir gefallen, wieso nicht. Solange ich sie mit Überzeugung, Spaß und Liebe trage, bin ich nicht gleich. Ich kann Trends kombinieren wie ich möchte, kann einen neuen Trend entstehen lassen, wenn ich nur ein Teil daran ändere. Das ist das Schöne an der Mode, sie ist so vielfältig, man kann sich so unglaublich gut damit ausdrücken, kann seine Persönlichkeit oder Gefühle nur durch Outfits zum Vorschein bringen. Solange ich das tu und ich anziehe was mir gefällt und was zu mir passt, werde ich nie gleich sein. Jutebeutel hin oder her.

Anders bedeutet nicht immer gut, gleich bedeutet nicht immer schlecht. Am Wichtigsten ist hier noch immer das Gefühl Ich zu sein, und es zu bleiben.

Liebe Grüße,

Coco

hipster

 

 

 

 

 

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