Portugaldiary: Lissabon

Zehn Tage, drei Städte, ein Rucksack.

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Mitte September entflohen zwei Freunde und ich für zehn Tage dem kalten Österreich und es ging nach Portugal. Mit im (Hand-)Gepäck: ein Rucksack. Es war das erste Mal, dass ich auf Backpackerreise ging und ich war sehr gespannt, da ich erstens leicht dazu tendiere, extrem viele Souvenirs und neue Kleidungsstücke im Urlaub zu kaufen und zweitens oftmals gerade noch mit einem großen Koffer auskomme. So musste ich also nun, gewappnet für jedes Wetter, meine eigentliche Reisegarderobe für den Sommer auf einen Rucksack reduzieren. Da aber Not erfinderisch macht, wurden somit Tücher zu Tops umgewandelt und nur leicht kombinierbare Teile durften mit in den Westen Europas. Nach unzähligen Neuinterpretationen meiner Outfits und Besuchen im Waschsalon war ich restlos davon begeistert, wie wenig Kleidung man doch für zehn Tage braucht (auch wenn sich dadurch trotzdem nichts an meinem Shoppingverhalten ändern wird). Aber genug von Reiseoutfits und Backpackermode, kommen wir zum eigentlichen Thema dieses, und den folgenden, Blogposts: Portugal. Da wir ja nicht nur eine Stadt, sondern Drei und auch dort nahegelegene Orte besuchten, kam ich auf die Idee eine dreiteilige Blogserie über jede einzelne Stadt zu schreiben. Beginnen möchte ich mit der, laut Einwohnern, „jungen Dame Portugals“: Lissabon.

Lissabon

Der erste Gedanke der mir durch den Kopf gingen, als wir nach 18-stündiger Reise endlich die Hauptstadt erreichten, war: San Francisco, Triest oder Wien? In Lissabon scheinen sich all diese Städte zu vereinen. Zwar war ich noch nie in San Francisco, doch die rote Brücke über den Fluss Tejo (welche übrigens den selben Architekten wie die Golden Gate Bridge hat) und die schmalen Gassen , lassen schnell auf die amerikanische Stadt schließen. Und auch Wien und Triest lassen sich in der Architektur schnell wieder finden. Doch Lissabon ist mehr als eine Erinnerung an diese drei Orte: es ist wunderschön, freundlich, hell und perfekt, um sich selbst zu verlieren und gleich danach wieder zu finden. Die unzähligen bunten Gassen und die wunderschönen Häuser mit Fassaden aus Fliesen machen die „weiße Stadt“ unglaublich charmant und laden nur so zum Flanieren und Entdecken ein. Unglaublich viele Tuk-Tuks und die weltbekannten Trams in allen Farben zaubern einem ein Lächeln ins Gesicht. Und der Fluss Tejo ist nicht nur ein toller Entspannungsplatz, sondern auch die perfekte Orientierungshilfe, da der Süden der Stadt immer beim Fluss liegt. Anzukommen fühlt sich richtig an, abzureisen viel zu falsch.

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What to do:

Pastéis:

Wer die kleinen Blätterteigkuchen mit Puddingfüllung nicht kostet, der ist selbst schuld. Wer sie nicht mag, der sollte ganz schnell nach Hause fliegen. Ein Biss in dieses Nationalgericht ist wie der Himmel auf Erden, besonders warm sind sie noch besser. Zu kaufen gibt es sie überall in Portugal, doch man sollte sie unbedingt in Belem, in jenem Cafe, in dem sie entstanden sind, kosten. Zwar schreckt die lange Schlange vor dem Cafe schnell ab, doch uns wurde geraten einfach an den Leuten vorbei hineinzugehen und auf einen Tisch zu warten, was meistens nicht länger als fünf Minuten dauern sollte. Und siehe da nach ca. zwei Minuten saßen wir schon an einem Tisch und bestellten Pastéis.

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Ginjinha:

Schmecken tut es zwar nicht, kosten sollte man es trotzdem. Das Nationalgetränk Portugals ist ein Sauerkirschlikör mit jeweils 1-2 Kirschen pro Glas. Erst die Kirschen bringen den sauren und bitteren Geschmack mit sich. Kosten tut es zwischen ein und zwei Euro, vor allem im ältesten Ginjinhashop sollte man es probieren.

Pensao Amor:

Am Ende bzw. am Anfang der Pink Street, dem Clubviertel Lissabons, befindet sich das Haus der Liebe, ein früheres Bordell und jetziger Club und wenn man in Lissabon ist, muss man dort feiern. Gleich nach dem Eingang befindet sich eine Art Lounge, welche im Stil des Bordells gehalten ist. Im nächsten Raum befindet sich eine Bar mit exzellenten Cocktails, welche bei uns nicht zu finden sind, und eine Tanzfläche. Vor der Toilette gibt es einen Spiegelraum mit Sesseln aus Samt und sogar eine Wahrsagerin findet man hier. Überall hängen Bilder aus früheren Zeiten, die Decke ist gesäumt von anzüglichen Zeichnungen. Die Musik ist toll, perfekt zum Tanzen und der Eintritt ist kostenlos – definitiv einen Besuch wert.

Belem:

Dieses Stadtviertel von Lissabon liegt etwas außerhalb und ist mit der Straßenbahn in circa einer Viertelstunde erreichbar. Dort findet man das berühmte Kloster von Lissabon, den Turm Torre de Belém und das Entdeckerdenkmal. Besonders hier kommt einem der Name „Weiße Stadt“ in den Sinn, da dieses Viertel und die Sehenswürdigkeiten sich vor allem durch die Nicht-Farbe auszeichnen. Ebenso ist es der perfekte Platz, um sich ans Ufer des Tejo zu setzen, Straßenmusikanten zuzuhören und Schiffe zu beobachten.

Sintra:

Etwa 40 Minuten mit dem Zug entfernt, liegt Sintra, jenes Städtchen, das für seine vielen Burgen und Schlösser bekannt ist. Ist man erst einmal dort, kann man zwischen Märchen und Realität schwer unterscheiden. Besonders zu empfehlen ist der Palast Palácio Nacional da Pena, welcher stark an das Disneyland erinnert, und die Burg Castelo dos Mouros, welche mit ihren alten Mauern eine verwunschene Aura hervorbringt. Ebenso sind die Ausblicke, die man von beiden Plätzen hat wirklich atemberaubend. Zwar muss man für beides Eintritt bezahlen, doch es lohnt sich wirklich.

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Cabo da Roca:

Last but not least einer der schönsten Orte auf der ganzen Welt und der westlichste Punkt des europäischen Festlandes: Cabo da Roca. Schroffe Klippen, peitschender Wind und ein Leuchtturm – das Ende der Welt scheint in Portugal zu finden zu sein. Zwar fährt man mit dem Bus ab Sintra noch immer eine Stunde dorthin, doch es zahlt sich wirklich aus. Wenn man am Ende einer Klippe sitzt, Wellen gegen Stein brechen und die Sonne sich mit dem Meer vermischt, scheinen alle Probleme auf einmal ganz klein.

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Our hostel:

In Lissabon übernachteten wir im Lisbon Lounge Hostel. Es war das erste Mal, dass ich wirklich nur Hostel gebucht hatte und ich war mehr als positiv überrascht. Das Hostel selbst geht über mehrere Stockwerke, im Untergeschoss befindet sich ein schön eingerichtetes Wohnzimmer sowie eine gemütliche Küche mit einem großen Tisch. Wir schliefen in einem Sechsbettzimmer und ich kann es nur empfehlen. Die Leute waren sehr angenehm, es gab für jeden einen Kasten, in dem man seinen Rucksack einsperren konnte und das Zimmer war groß und hatte sogar einen Balkon. In jedem Stockwerk gab es ein Gemeinschafts- sowie ein Einzelbadezimmer und auch ein „kleines“ Wohnzimmer mit einem Bücherregal und einem Computer. Vor allem hat mich aber die Sauberkeit überzeugt, da man an dieser wirklich gar nichts aussetzen konnte. Ebenso war auch das Frühstück im Preis inkludiert und neben Müsli, Semmeln und Kaffee, fand man hier auch Palatschinken. Sehr zu empfehlen ist das Dinner, welches jeden Abend angeboten wird. Für 10 Euro bekommt man Vorspeise, Hauptspeise und Nachspeise sowie Wein als Getränk und ich muss zugeben, dass es das beste Essen war, welches wir in Lissabon hatten. Falls es sich anbietet, sollte man unbedingt eine „Free Walkers Walking Tour“ machen. Die Touren sind kostenlos und basieren auf Trinkgeld. Es gibt unterschiedliche Touren mit verschiedenen Stops, welche von Portugiesen durchgeführt werden. So lernt man nicht nur die Kultur und Geschichte etwas näher kennen, sondern weiß auch, was man auf keinen Fall machen sollte und bekommt eventuell einige Insidertipps.

 

Besonders toll fand ich, dass jede Lampe im Hostel aus Materialien wie Plastikbecher gemacht wurde.

Tipp: Noch ein kleiner Tipp zum Schluss – geht nicht in Lokale, in denen die Speisekarte auf so ziemlich allen Sprachen übersetzt ist oder jene, welche Fotos vom Essen vor dem Lokal hängen haben. Sucht eher kleine typisch portugiesische Restaurants. Als Vegetarier hingegen würde ich es empfehlen in pure vegane oder vegetarische Restaurants zu gehen, da es in den meisten Lokalen fast nichts für Vegetarier und schon gar nichts für Veganer gibt.

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Liebe Grüße,

Coco

2 Gedanken zu „Portugaldiary: Lissabon

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