Portugaldiary: Lagos

Unser zweiter Stopp führte uns in den Süden Portugals, direkt an die Algarve und ans Meer: Lagos.

Lagos

Als wir nach 4h Fahrt mit dem Zug in Lagos ankamen, war ich anfangs etwas perplex. Meine Vorstellungen lagen etwa im Bereich eines Fischerdorfes. Klein, gemütlich und sehr ruhig. Dabei präsentierte sich uns eine Stadt, in der es doch bunt zuging und besonders das Nachtleben schien hier eine große Rolle zu spielen. Viele Bars, Clubs und Pubs säumten die Straßen. Leider war das auch schon das einzige Highlight. Die Stadt ist zwar hübsch, vor allem die Promenade gefiel mir gut, da sie sich perfekt für Abendspaziergänge eignete, doch sonst war sie nicht wirklich spannend. Im Gegensatz zu Lissabon gab es keine einzige Straße oder Gasse, welche mich in ihren Bann gezogen hätte, keinen einzigen Augenblick an dem ich wirklich stehen blieb und mir dachte: Schau wie schön! Lagos kam mir eher wie eine Abwandlung von kroatischen Touristenstädten wie Umag vor. Aber auch wenn es diese Wow-Momente nicht in der Stadt gab, so gab es diese doch zu genüge in den vier Tagen, die wir an der Algarve verbrachten – und zwar an den Stränden, Küsten oder Klippen. Die Landschaft im Süden des Landes ist atemberaubend, riesige Felsen ragen aus dem Atlantik, hohe Klippen in Braun- und Gelbtönen reihen sich nacheinander an der Küste an und das Wasser glitzert in wunderschönem Blau. Am liebsten würde man sich den ganzen Tag an den Strand legen, die Füße im warmen Sand vergraben und den Wellen zusehen.

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What to do:

Beach hopping: Der cliff walk von Lagos, ein ausgetretener Pfad auf den Klippen, welcher zu den schönsten Stränden führt, bietet sich perfekt zum beach hopping an. Selbst ‚faule Abenteurer‘ müssen hier beim Wort cliff walk nicht zurückschrecken, denn der Pfad ist weder gefährlich, noch anstrengend und zu jedem Strand führt ein Weg oder eine Stiege hinunter. Doch allein der Ausblick während des Weges zahlt sich aus, denn hier kann man meilenweit den Horizont sowie die Küste beobachten – Postkartenflair inklusive. Wem es dann doch zu fad ist, den ganzen Tag im Sand zu liegen und sich für jeweils fünf Minuten im eiskalten Meer aufzuhalten (denn länger hält man es nicht aus), dem kann ich es nur wärmstens empfehlen Muscheln zu sammeln. Denn erstens gibt es davon viel zu viel, der ganze Strand ist damit übersät, und zweitens erlebt man dadurch das ein oder andere ‚kleine‘ Abenteuer. Wir zum Beispiel fanden eine Art Höhle durch welche wir an einen verlassenen Strand kamen.

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Surfen: Hoch oben auf meiner Bucket List und ein großer Grund, wieso ich mich so unbeschreiblich auf die Algarve freute, war das Surfen. Seit Monaten redete ich schon begeistert davon und ich sah mich bereits mit dem Surfboard unter dem Arm durch das Meer laufen. Dieses Bild vor meinem inneren Auge verschwand aber sofort wieder, als ich das Board sah. Es war riesig, da man sich als Anfänger mit einem größeren Surfboard etwas leichter tut, und man konnte es sich nicht einmal ansatzweise unter den Arm klemmen. Auch das Surfen selbst stellte sich anders als erwartet heraus und es war so ziemlich der anstrengendste Sport, den ich jemals gemacht habe. Trotzdem zahlte sich das ständige ‚Kämpfen-gegen-die-Wellen‘ und die unzähligen Male, die ich länger unter Wasser als am Board verbrachte aus, als ich es am Ende des Tages schaffte aufzustehen und ein paar Sekunden zu surfen. Leider ging sich bei uns nur ein Kurstag aus, doch ich hatte so viel Spaß, dass ich nächstes Jahr unbedingt einen längeren Kurs machen möchte. Auch kann man bereits nach einem Tag kleine Erfolge verzeichnen, weshalb ich es wirklich jedem ans Herz legen möchte mindestens einen Tag diesen Sport auszuprobieren. Glaubt mir dieses Gefühl zu surfen, auch wenn nur für ein paar Sekunden, ist wirklich unbeschreiblich.

Übrigens hieß unsere Surfschule: The Salty Wave

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Sagres: Ein Ort, der bei jeder Portugalrundreise besucht werden sollte, ist Sagres, der südwestlichste Punkt des europäischen Festlandes. Zwar ist die Stadt selbst eher klein und wenig spektakulär, doch dafür sind die Klippen und der kleine Leuchtturm einige Kilometer entfernt wirklich sehenswert und bieten einem ein Gefühl von Freiheit. Stündlich fahren Busse aus Lagos nach Sagres, doch leider geht nur ein Bus pro Tag direkt zu jenem Leuchtturm. Als Alternative würde es sich hier anbieten Fahrräder in Sagres zu mieten, denn zu Fuß ist es doch etwas weit. Wir hatten Glück und lernten zwei nette Deutsche im Hostel kennen, mit denen wir einen kleinen Roadtrip dorthin starteten.

22375474_1536501563103474_2146820332_oFun fact: Direkt neben den Klippen befindet sich die letzte Bratwurst vor Amerika, bei der man sogar ein Zertifikat bekommt, wenn man einen Hotdog bestellt.

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Our hostel:

Lagos war der einzige Ort unserer Reise, bei dem wir unsere Unterkunft erst recht spontan in Portugal buchten. Und so kamen wir durch Zufall zu „The Shelter“ – ein kleines, aber recht feines Hostel nahe der Innenstadt. Besonders der Ausdruck ‚Surfhostel‘ beschreibt diese Unterkunft recht gut, da das Hostel nicht nur von zwei Brüdern betrieben wird, welche beide richtige Surfer sind (der eine nimmt sogar an Wettbewerben teil), sondern auch die Einrichtung sowie die Atmosphäre sehr treffend auf diese Beschreibung passen. Da das Hostel wie bereits gesagt eher klein ist und Platz für wenig Leute bietet, lernt man auch extrem leicht neue Leute kennen und kommt auch mit den Betreibern sehr schnell ins Gespräch. Leider gab es nur zwei Badezimmer, was für diese Anzahl an Leuten zu wenig war, doch einer der zwei Brüder erzählte uns, dass sie ab Herbst mit Renovierungsarbeiten und einem Umbau beginnen werden. Ebenso sollte jeder, der wenig Lust auf Abenteuer hat und neuen Menschen nicht gerade schnell vertraut, nicht in dieses Hostel gehen, da man weder die Zimmer zusperren konnte, noch gab es einen Kasten für die Rucksäcke. Auch war die Haustüre selbst nie verschlossen und der Schlüssel steckte immer. Einen großen Pluspunkt gibt es aber vor allem für die toll eingerichtete Terrasse mit Lichterketten, vielen Pflanzen und Palettenmöbeln. Und auch das Frühstück, welches zwar nicht die größte Auswahl hatte, aber in den Preis inkludiert war, fand dort statt. Alles in allem gefiel mir „The Shelter“ sehr, da es im Gegensatz zu allen anderen Hostels, welche sich bei Design und Angebot nur mehr übertrumpfen und somit fast schon eher an Hotels erinnern (nicht, dass das schlecht ist), ein Gefühl von Einfachheit und Leichtigkeit übermittelt. Es zeigt einfach, dass man neben tollen Leuten und der warmen Sonne auf der Haut wenig braucht, um glücklich zu sein.

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Highlight: Im Hostel gab es einen extrem süßen und flauschigen Golden Retriever namens Luca, der sozusagen der Haushund ist und den ich ab der ersten Sekunde in mein Herz schloss. Man kann ihm sogar auf Instagram unter white_luca folgen.

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Tipp: Noch ein kleiner Tipp zum Schluss – probiert unbedingt ein, zwei, drei….zehn Gläser des portugiesischen Grünweins. Und trinkt ihn kalt!

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Liebe Grüße,

Coco

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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