Portugaldiary: Porto

Eine ewig lange Zugfahrt, die uns zwar schöne Landschaften zeigte, doch auch genug Nerven raubte, brachte uns direkt vom warmen Süden Richtung Norden in die etwas kältere und zweitgrößte Stadt Portugals: Porto.

Porto

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Von Porto selbst hatte ich ehrlich gesagt weder Erwartungen noch Vorstellungen, und auch jene Vorfreude wie bei Lissabon fehlte mir, als wir quer durch das Land fuhren. Eigentlich wurde Porto vor allem durch Überzeugungskraft von Freunden auf unserer Städteliste hinzugefügt und auch dies geschah erst relativ spät. Doch vielleicht war gerade diese Unwissenheit und dieses Desinteresse an der Stadt der ausschlaggebende Punkt dafür, dass ich mich ab der ersten Sekunde in den laut Einwohnern „alten Mann Portugals“ verliebte. Der übrigens den Titel ‚alt‘ so gar nicht verdiente. Denn Porto ist jung, pulsierend, aufstrebend und noch so vieles, was man in Worten nicht beschreiben kann, sondern erlebt haben muss. In jeder noch so kleinen Gasse lässt sich ein Abenteuer finden, hinter jedem der unzähligen Graffitis versteckt sich eine Geschichte, nach jeder der insgesamt sechs Brücken, die über den Fluss Douro führen, findet man einen neuen Ort. Die Stadt verbindet Alt mit Neu, Mystik mit Realität, graue Häuser mit grünen Parks, und schafft daraus eine einzigartige Mischung, in die man ein- und am liebsten nie mehr auftauchen möchte. Spätestens ab dem Moment, als wir mitten in der Nacht das Treiben am Fluss und auf der gegenüberliegenden Seite beobachteten, während Porto mit all seinen Lichtern unter uns glitzerte, wusste ich, dass ich nie mehr weg wollte und sich diese Stadt (natürlich neben Paris) zu einem meiner absoluten Lieblingsplätze entwickelte.

What to do:

Get lost: Porto ist die perfekte Stadt, um einfach loszugehen, sich zu verirren und sich währenddessen in die Stadt zu verlieben. Neben unglaublich süßen und schönen Gassen, eine meiner Lieblingsstraßen war die Rua das Flores (flower`s street), findet man unzählige hippe Lokale, Bars und auch Shops. Gelegentlich landet man auf einem Aussichtspunkt der Stadt oder findet sich auf der anderen Seite der Brücke wieder, was ich wirklich nur jedem empfehlen kann, denn neben den ganzen Portwein-Kellereien, hat man Ufer des Vila Nova da Gaia eine wunderbare Aussicht Porto selbst. Ebenso passiert man am Weg durch die Stadt zahlreiche kleine oder größere Gärten bzw. Parks, die sich perfekt für laue Abende mit Freunden eignen oder einen ausgezeichneten Blick auf den Sonnenuntergang bieten. Mein Lieblingspark war gegenüber der Livraria Lello (später mehr dazu) und befand sich am Dach einer kleinen Einkaufsstraße, mitten im Zentrum.

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Livraria Lello: Die Livraria Lello ist jene Bibliothek, in der J.K.Rowling Harry Potter schrieb – und somit ein Muss für jeden Harry Potter Fan, jeden, der Harry Potter ansatzweise mag (was so ziemlich jeder tun sollte) und jeden, der auch nur eine Szene eines Filmes kennt. Der Eintritt kostet zwar vier Euro, aber ist es definitiv wert und beim Kauf eines Buches werden die vier Euro auch abgezogen. Ebenso wurde das letzte Buch hier vorgestellt. Alles in allem ist Porto generell eine tolle Stadt für jeden, der ein Fan des Zauberschülers mit der blitzartigen Narbe ist, da sich die Autorin von vielen Dingen inspirieren ließ – so waren z.B. die Umhänge von den Uniformen der Studenten in Portugal das Vorbild für jene Umhänge, welche Schüler in Hogwarts tragen.

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Portwein: Porto zu verlassen ohne Portwein zu kosten, wäre so ziemlich das Gleiche als nach Irland zu fahren und kein Pub zu besuchen – schier undenkbar. Zwar schmeckt mir persönlich der etwas dunklere Wein, den man übrigens in kleinen Gläsern trinkt, so gar nicht, doch Geschmäcker sind ja verschieden und eine Verkostung sollte auf jeden Fall ganz oben auf der To-do-Liste in Porto stehen.

Art Spot: Wie bereits erwähnt, findet man in ganz Porto an so ziemlich jeder Straßenecke Graffitis und die meisten davon sind wirklich wahre Kunstwerke und verschönern die Stadt nur noch mehr. Doch besonders im Art Spot der Stadt, eine Straße in der sich Kunstgalerien und Ausstellungen aneinanderreihen, findet man diese Graffitis in konzentrierter Form vor. Jede Hausmauer, jede Wand und sogar die Stromkästen wurden hier in bunte Farben getaucht und verziert. Eine Wand ohne Zeichnungen zu finden, wird hier schon fast zur Herausforderung.

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Vintage Shops: Ich liebe Vintagekleidung und bin immer wieder begeistert davon neue Shops, die diese Art von Kleidung vertreiben, zu finden. Und so war ich im Himmel als wir durch Zufall auf einen wunderbaren Vintage Shop stießen, der sich direkt neben unserem Hostel befand. Noch besser war dann jener Augenblick als wir auf die Idee kamen, eine Vintage Shop Tour zu machen, da es erstens in Porto extrem viele dieser Shops gibt und sie zweitens alle sehr nah beieinander liegen. So schlenderten wir von Laden zu Laden und mein Modeherz schlug jedes Mal, wenn wir einen neuen Shop betraten und die tolle Kleidung sowie Einrichtung sahen, höher und höher. Leider waren wir eben mit dem Rucksack unterwegs und so gingen sich nur zwei Stücke aus. Auf jeden Fall sollte jeder, der in Porto ist und dessen Herz genauso für Vintage schlägt wie meines, diese Tour machen. Glaubt mir ihr werdet begeistert sein.

Meine Favoriten waren übrigens Mon père vintage und UR.

Bridge Climb: Auch durch Zufall hörten wir von einem Bridge Climb, den man in Porto machen konnte und beschlossen recht schnell dies zu tun. Die Tour kostet 12,50, dauert circa eine halbe Stunde und findet ein paar Mal am Tag statt. Und war eines der besten Erlebnisse, die ich in meinem bisherigen Leben hatte. Da wir die Tour um 19 Uhr machten und es an diesem Tag auch etwas neblig war, hatten wir die besten Voraussetzungen für spektakuläre Augenblicke. Gerade als wir am höchsten Punkt der Brücke ankamen und wir über uns die Autos hörten, ging die Sonne unter, versank in einem Nebelmeer und ließ den Douro das letzte Mal an diesem Tag in Gelb- und Rottönen leuchten. Während man aber rechts den Sonnenuntergang beobachten konnte, sah man links wie sich Porto vom Tag verabschiedete und die ersten Lichter zu leuchten begannen. Wäre in diesem Moment die Zeit stehengeblieben, hätte ich wahrscheinlich kein Problem damit gehabt.

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Übrigens ist die Tour weder gefährlich, noch anstrengend, da man im Endeffekt durch Treppen die Bücke „erklimmt“. Auch erwartet einem am Ziel eine kleine Überraschung, die aus einer Portwein –  und Schokoladenverkostung besteht.

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Palacio de Cristal: Leider findet man heute, an jener Stelle des ehemaligen Kristallpalasts, eine nicht ganz so schöne, runde Kuppel vor, in der Sportveranstaltungen abgehalten werden. Doch dafür lohnt sich ein Besuch des Parks, der sich um die Kuppel herum befindet, nur noch mehr. Der Park ist riesig, bietet wundervolle Aussichtsplätze, Brunnen, Pflanzen und Teiche. Während des Rundgangs trifft man hier und da einen Pfau, Enten oder andere Vögel. An unterschiedlichen Tagen finden sich hier Märkte oder Stände und der Eintritt in den Park ist frei.

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Tipp: In Porto fanden wir die besten Restaurants und Lokale in ganz Portugal! Für Veganer bzw. Vegetarier kann ich vor allem das Restaurant daTerra empfehlen, welches ein all-you-can-eat-buffet bietet, das schwer zu übertreffen ist. Auch eines meiner Lieblingsrestaurants war das Reitoria, bei dem es Tapas und Focaccia gibt, die eine regelrechte Geschmacksexplosion auslösen. Unbedingt sollte man in Porto auch in den schönsten McDonalds der Welt gehen, der neben Suppen auch Gemüseburger für Vegetarier anbietet. Und Naschmäuler sollten einer der vielen Nutellandias einen Besuch abstatten – und vergesst ja nicht dort die Pancakes zu probieren.

 

 

Our hostel:

Besonders gespannt waren wir auf unser Hostel in Porto, das Pilot Design Hostel & Bar, welches mit vielen Awards ausgezeichnet wurde. Und unsere Erwartungen übertrafen sich. Das Hostel wirkte nicht ansatzweise wie ein Hostel, sondern eher wie ein Hotel mit Schlafsälen. Das Design des Hostels war unglaublich modern, auf jeder Wand fanden sich Zitate zum Reisen oder Backpacken und das Hostel lag fast mitten im Zentrum. Jedes Zimmer hatte neben einem verschließbaren Kasten noch ein kleines Fach für jeden Gast. Ebenso befand sich in jedem Zimmer ein Spiegel, was besonders für uns, da wir in einem Schlafsaal für Mädchen mit acht Betten schliefen, sehr praktisch war. Die Betten waren wie immer Stockbetten und so ziemlich die Bequemsten, die wir auf unserer ganzen Reise hatten. Auch hatte jedes Bett eine eigene Steckdose sowie eine kleine Ablage für die wichtigsten Dinge. Im Gegensatz zu allen anderen Hostes war dies das Erste, bei dem es Vorhänge neben den Betten gab, die man zuziehen konnte. Auch die Badezimmer waren toll eingerichtet und es gab genauso wie in Lissabon ein Gemeinschafts- sowie ein Einzelbadezimmer pro Stock. Was mich aber besonders begeistert hat, war das Frühstück, welches zwar drei Euro extra kostete, aber sich mehr als sehen lassen konnte. Das Angebot war riesig, neben vielen verschiedenen Müslisorten, gab es Pancakes, Waffeln (mit sogar zwei verschiedene Waffelteigen), Toast, Eierspeis, Kipferl sowie unzählige Fruchtsäfte und Kaffee. Ein weiterer großer Pluspunkt war die Tatsache, dass das Frühstück bis 11 Uhr ging. Gleich wie in Lissabon wurden auch hier gratis Walking Touren angeboten, die man auch wirklich nützen sollte.

Fun fact: Jeden Abend um 22 Uhr gab es in unserem Hostel free shots. Sobald das Lied „Shots“ von LMFAO ertönte, wusste jeder, dass es wieder Zeit war, sich zur Bar zu begeben. Im Generellen kann ich auch die Bar dort sehr empfehlen, weil es wirklich studentenfreundliche Preise sind.

Leider habe ich keine Fotos vom Hostel, da mein Handy diese (warum auch immer) gelöscht hat.

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Fazit: Porto war auch schon der letzte Stopp unserer Portugalrundreise und ich muss zugeben, dass ich wirklich nicht mehr nach Hause wollte. Ich habe mich in Lissabon, aber vor allem in Porto; in die Algarve mit ihrer wunderschönen Küste; in die Kultur und die Leute; einfach in das ganze Land verliebt. Portugal ist so anders und doch so gleich. Als wir nach zehn wundervollen Tagen im Flugzeug saßen und Richtung Wien abhoben, erstreckte sich das leuchtende Porto ein letztes Mal unter uns und ich hab mir selbst das Versprechen gegeben wiederzukommen.

I lost my heart in Porto and I am perfectly fine with never getting it back.

 

Liebe Grüße,

Coco

 

 

 

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