Der Kunde ist König

Was aber, wenn der Kunde ein Vollidiot ist?

Herzlich Willkommen zu meinem ersten Wutpost. Er schildert Dinge, die mich wütend machen. Ich hoffe, dass es neben dem Ersten auch der Letzte ist. Dieses Thema wird nicht jedem gefallen. Während es manche vielleicht lächerlich finden, werden es andere verstehen. Wie dem auch sei, es macht mich wütend. Sehr wütend sogar. Und ich bin schockiert und verletzt.

Seit gut zwei Jahren arbeite ich neben meinem Studium als Kellnerin – sei es im Restaurant, im Pub oder im Cafe. Und ich bin es zwischendurch so leid, denn es gibt so ein unglaublich lustiges Phänomen, welches immer dann auftritt, sobald ich mir meine Schürze umhänge – ich werde zum Objekt. Und die Leute glauben alles tun zu können, nur weil ich dafür bezahlt werde ihnen den Kaffee zu bringen. Oder das Bier. Oder weiß der Kuckuck was.

Und dieses Phänomen durfte ich bereits zwei Mal in äußerst ausgeprägter Form erleben. Einerseits, als mir vor circa einem Jahr damit gedroht wurde, mich krankenhausreif zu schlagen (der Grund war ein warmes Bier) und andererseits als ich vor Kurzem vor vollem Haus komplett blamiert wurde, denn der Gast musste länger als fünf Sekunden auf die Rechnung warten. Und an diesem Tag hatte ich alleine Schicht und wie bereits gesagt, das Haus war voll. Und ja, es ist mein Job schnell Getränke zu bringen und abzukassieren. Aber nein, ich habe nirgends unterschrieben mich öffentlich so demütigen zu lassen. Und mich von Vollidioten bedrohen zu lassen, indem sie auch noch fast handgreiflich werden, weil ihr blödes Bier warm ist. Und das, obwohl ich den Herrn auch noch vorgewarnt habe, dass die Kühlung nicht richtig funktioniert. Und nein, ich habe nicht dafür unterschrieben Angst auf dem Heimweg zu haben oder bei der Arbeit zu weinen. Aber ich bin doch auch nur ein Mensch. Und ich habe es so satt, so unglaublich satt. Eigentlich war ich immer gerne Kellnerin, denn ich bin gern unter Leuten. Nicht aber unter solchen. Wenn ihr Probleme oder Aggressionen habt, dann bleibt daheim. Aber lasst sie nicht an mir aus.

Ich habe wirklich eine hohe Toleranzgrenze und nehme auch nicht jeden Blödsinn oder dummen Spruch ernst. Ich finde es auch übertrieben, sofort von Belästigung zu sprechen, sobald mich ein Kunde anredet. Ich rede ja auch gerne mit ihnen, damit habe ich kein Problem. Aber auch hier gibt es Grenzen. Denn nur, weil ich mich mit dir unterhalte und hier arbeite, heißt das nicht, dass du mich mit nach Hause nehmen kannst. Und nein, ich will deine Nummer nicht. Und auch keinen Kuss. Und für mehr Trinkgeld mach ich auch nichts. Und was ich am aller wenigsten möchte, ist deine Hand irgendwo bei mir. Es kann dir auch wirklich egal sein, ob ich eine kurze Hose oder einen dicken Pulli trage, sie hat dort nichts zu suchen. Und mit meiner Kleidung möchte ich dir auch nichts signalisieren, mir ist entweder warm oder kalt. Das wars. Wirklich, es ist traurig solche Zeilen schreiben zu müssen, denn was fällt jemandem eigentlich ein? Das ist mein Körper und wenn etwas nicht hierhin gehört, dann ist es deine Hand.

Oft ärgere ich mich selbst über mich, denn meist in diesen Situationen versagt meine Stimme und die Tränen machen sich bemerkbar. Und es regt mich wirklich auf, denn ich hasse es den Menschen dann genau das zu geben, was sie wollten – die schwache Seite. Andererseits denke ich mir dann immer, dass es normal ist, nicht so zu reagieren, wie man möchte. Denn wer bereitet einen darauf vor? Aber genau aus diesem Grund war mir der Blogpost so wichtig. Und ja, wie gesagt meine Toleranzgrenze ist hoch und ich nehme nicht alles ernst.

Ich bin ein Mensch, kein Roboter. Ich habe zwei Hände und zwei Füße. Damit versuche ich so schnell zu arbeiten, wie es mir möglich ist. Wann verstehen das die Leute endlich? Wenn man auf ein Getränk wartet, dann ist das nicht mit Absicht. Und hört endlich auf, Leute unwürdig zu behandeln, seien es nun Kellner, Verkäufer oder sonst jemand. Das macht euch um nichts besser, sondern tausendmal schlechter. Seid nett, dann bekommt ihr auch etwas Nettes zurück. Ansonsten dürfen wir uns alle nicht wundern, wieso keiner mehr in diesen Bereichen arbeiten möchte.

Ich möchte mit diesem Beitrag wirklich keiner Person zu nahe kommen und natürlich sind nicht alle Leute so, das ist hoffentlich klar. Falls sich aber jemand angesprochen fühlt oder sich dabei ertappt, dies oder jenes schon einmal getan zu haben, dann bitte denkt das nächste Mal darüber nach. Es ist wirklich nicht lustig.

Und ja, viele werden sich nun fragen: Wieso hört sie nicht einfach auf? Aber ich glaube, es ist offensichtlich, dass es mir hierbei ums Prinzip geht.

Liebe Grüße,

Coco 

 

 

 

 

2 Gedanken zu „Der Kunde ist König

  1. Ich spreche aus Erfahrung wenn ich sage, dass du nicht untertreibst und die Menschheit teilweise eine Frechheit besitz, die wehtun sollte!
    Am schlimmsten finde ich die Baustellenarbeiter welche jedes mal ein Kommentar zum Aussehen lassen oder dir mehr als unangebrachte „Komplimente“ machen! Ich hasse es und bin auch froh wenn die Kellnerzeit vorbei ist

    Gefällt mir

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